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Über das Häkeln - aus einem Buch von 1922
Das Häkeln gilt als leichteste Handarbeitstechnik und wird in den Schulen in den untersten Klassen gelehrt. Da das Arbeitsmaterial und das Werkzeug nur wenig Platz beanspruchen, ist es möglich, die Häkelarbeit überallhin mitzunehmen, und wenn nicht schwierige Muster gewählt werden, auch in Gesellschaft zu arbeiten. Eine lange starke, am Ende gebogene Nadel, die Häkelnadel, der die Arbeit ihren Namen verdankt, bildet neben dem Faden das einzige Arbeitsmaterial. Die Häkelnadel muss bei starkem Arbeitsfaden, wie Wolle, aus Knochen oder Holz, bei feinem Faden, wie Garn oder Seide, aus Stahl sein. Es ist darauf zu achten, dass der Haken nicht zu spitz ist, der Rücken muss leicht gebogen sein. Wichtig für eine gleichmäßige Häkelarbeit ist, dass Nadel und Faden der Stärke genau zu einander passen. Die rechte Hand hält die Häkelnadel in derselben Haltung, wie man einen Federhalter hält, ungezwungen fest, während über die linke Hand der Arbeitsfaden, wie folgt, läuft:
Der Faden wird von außen nach zwischen den Ringfinger gelegt, dann auf der Innenseite der Hand den Fingern entlang zum Zeigefinger geführt und um diesen zweimal geschlungen. Die Häkelarbeit wird stets mit Daumen und Mittelfinger der linken Hand festgehalten. Es gibt beim Häkeln nur ganz wenig Maschenarten; wenn man diese gelernt hat, ist man imstande, jede Häkelarbeit auszuführen. Sie heißen: die Luftmasche, die Kettenmasche, die feste Masche, das halbe Stäbchen, das Wickelstäbchen, das Kreuzstäbchen, das Netzstäbchen. Ein Umschlag ist die Bewegung des Fadens von hinten nach vorn um die Nadel, den man zur Bildung jeder genannten Maschen braucht.
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