Die Strickstopfe

Handgestrickte Strümpfe und Socken können immer wieder ausgebessert und instand gesetzt werden. Dasselbe ist der Fall bei maschinengestrickten Strümpfen, wenn sie nicht aus zu feiner Wolle gearbeitet wurden. Man stopft Strümpfe mit Hilfe des Maschenstichs, der sehr kunstvoll gearbeitet werden kann, so dass man die gestopfte Stelle, sofern ganz gleiches Garn zum Stopfen genommen wurde, kaum bemerkt.

Der Maschenstich wird leider nur von wenigen Hausfrauen geübt. Die meisten Strümpfe werden mit der gewöhnlichen Leinstopfe gestopft. Mag diese auch etwas schneller ausgeführt sein, richtig ist es auf keinen Fall und schön auch nicht. Wer sich nicht Zeit nimmt, seine Strümpe mit dem Maschenstich zu stopfen, verfällt in den gleichen Fehler, wenn er eine teuere Strickjacke oder gestrickte Gamaschen ausbessert. Und hier springt der Fehler in die Augen und zeigt die Unkenntnis und Geschmacklosikeit der Hausfrau dem lieben Nächsten. Man übe also den Maschenstich, wenn man Strümpfe stopft, damit man diese Kunst bei einem äußerlich getragenen gestrickten Kleidungsstück im Notfalle beherrscht.

Sofern das Garn noch nicht durchgerissen ist, werden schadhafte Strickereien nachgebessert, indem man mit der Nadel den gestrickten Maschen folgt und sie dadurch nachbildet. Das ist der leichteste Maschenstich, da die fadenscheinigen Maschen der Nadel die Richtung angeben.

Ist aber das Garn ganz durchgerissen, so wird die auszubessernde Stelle richtig viereckig ausgeschnitten und an den beiden Querrändern die Wollfaserchen ausgezupft, um glatte Maschenreihen zu haben. An den senkrechten Rändern hefte man die Strickerei nach links um. Linkseitig werden auch die Zwirnsfäden zur Grundlage der Stopfe vorgezogen.



Der für die Strickstopfe vorgerichtete Ausschnitt der Strickarbeit von der Rückseite.

Diese Richtungsfäden müssen die gegenüberliegenden Maschen verbinden und in der richtigen Länge sein. Man bedient sich bei dieser und den folgenden Arbeiten des Stopfholzes, um ein zu strammes Anziehen der Fäden zu verhindern.

Nachdem die Richtungsfäden gespannt sind, beginnt man mit dem Maschenstich und nimmt dazu möglichst dasselbe Garn, mit der die Strickarbeit ausgeführt wurde. Man beginnt etwa zwei Maschen vor dem Loche.

Die Nadel fasst zwei nebeneinanderliegende Maschenschlingen und wird dann unter die schiefliegenden Richtungsfäden geführt. Dann sticht die Nadel in die linke der zwei vorher gefassten Maschen hinein und bei der nächstfolgenden linksliegenden Masche wieder heraus. Dann werden wieder die schiefliegenden Richtungsfäden gefasst. Man fährt so fort, bis die Reihe zu Ende ist.

Die so gebildeten Schlingen müssen genau den gestrickten Maschen entsprechen. Zu Ende einer Reihe werden wie am Anfang etwa zwei Maschen übernäht. Dann wird die Arbeit umgedreht und die zweite Maschenreihe in gleicher Art wie die erste ausgeführt. Ist man bis oben angelangt, so ist die Verbindung mit der obersten Maschenreihe von selbst hergestellt. Der Endfaden des Garnes wird unsichtbar in der Strickerei vernäht, und die Richtungsfäden werden herausgezogen.

Der Maschenstich links gestrickter Maschen wird auf ähnliche Weise ausgeführt. Indem man bei den maschen vor dem Loche oder bei fadenscheinigen Stellen den links gestrickten Maschen folgt, lernt man mit Leichtigkeit die Technik der links gestrickten Strickstopfe.

Das gleiche ist der Fall bei gemusterten Strickmustern.



Das Stopfen eines Streifenmusters

Das Streifenmuster, das bei Beinlingen oft verwendet wird, kann also ausgebessert werden, ohne dass die Musterung unterbrochen wird. Man achte auf den Übergang von links gestrickten Maschen zu glatten Maschen (siehe Abbildung oben).



Die Strickstopfe mit quer gezogenen Fäden und senkrecht ausgeführter Stopfe

Bei dieser Abbildung sehen wir die gleiche Arbeit mit wagerecht gespannten Richtungsfäden. Sind diese Grundfäden auf der Kehrseite gespannt, so wird die Nadel auf die Rechtsseite gestochen und mit dem Stopfen begonnen. Man fasst den obersten wagerechten Faden derart von unten nach oben, dass der Arbeitsfaden links von der Nadel liegt. In dieser Weise übernäht man alle wagerechten Fäden. Die zweite aufwärtsgehende Reihe wird ebenso gearbeitet und nach und nach das Loch ausgefüllt.

Bei der Strickstopfe mit wagerechten Richtungsfäden werden diese nach Beendigung der Arbeit nicht herausgezogen. Die beiden Abbildungen



Eine vereinfachte Art, die Fäden zur Strickstopfe vorzuziehen

und



Der Maschenstich mit einfachen Richtungsfäden

zeigen eine einfachere Art, die Fäden zur Strickstopfe vorzuspannen und darnach zu stopfen.

An dieser Stelle möge auch gezeigt werden, wie man bei seinen Strümpfen die Strickstopfe ausführt, wo es nicht möglich und auch ratsam wäre, die feine Webart des gewirkten Strumpfes nachzuahmen. die folgende Abbildung



Die Strickstopfe in gewirkten Strümpfen oder Normalstoff.

zeigt uns, wie man beim Stopfen aus zwei Maschen eine macht und genau stopft, wie wir in der folgenden Abbildung



Die Ausführung der Strickstopfe von der rechten Seite

und der Abbildung (Das Stopfen eines Streifenmusters s.o.) gezeigt haben. Diese Stopfart kommt auch in Normalstoffen zur Anwendung und ist sauberer und entschieden schöner als die gewöhnliche Leinenstopfe.

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