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Das Flicken eines Korsetts
Submitted by Bastelfrau on Mi, 04/22/2009 - 14:47
Das Flicken eines Korsetts erscheint auf den ersten Blick außerordentlich zeitraubend und schwierig. Wenn man aber auf die richtige Art ans Werk geht, ist die Ausführung der Flickerei durchaus nicht schwer.
Zunächst werden der vordere aus Metall bestehende Korsettschluss und die Fischbeineinlagen, seien es nun echte Fischbein- oder Stahlstangen, herausgetrennt.

Das schadhafte, zum Flicken vorbereitete Korsett
Die Abbildung zeigt, wie am oberen Rande die Spitze und das Einfassbändchen abgetrennt wurden und die Fischbeineinlagen schon ein Stück herausgezogen sind. Ist alles, was beim Waschen rosten könnte herausgenommen, so wird das Korsett gründlich eingeseift, gewaschen, wenn möglich gekocht oder gebleicht. Dann kann das Flicken beginnen.
Überall wo der Stoff schadhaft ist, werden Flicken aufgeheftet und dann so gesteppt, dass später die Fischbeineinlagen wieder hineingestoßen werden können, ohne auf Querstiche zu stoßen. Wenn Querstiche sein müssen, wie z.B. bei dem größeren rechtwinkligen fleck in Taillenhöhe, so müssen die Steppstiche mit der Hand ausgeführt werden, und zwar so, dass sie nur die obere Stofflage fassen. In der Brustgegen war eine sehr fadenscheinige Sktelle. Da legen wir ein Stoffläppchen unter und steppen es mit der Maschine in Hin- und Herreihen an, in der Art, wie man mit der Maschine stopft. Der Rand der vorderen Mitte wird, wie wir sehen, ganz neu angesetzt, weil dieser am schnellsten durch die Schließen beschüädigt wird. Ist alles sauber ghestopft und geflickt, so werden die Fischbeineinlagen wieder hineingestoßen oder, sofern sie verbogen oder verrostet waren, durch neue ersetzt.
Echte Fischbeinstäbe werden in laues Wasser gelegt. Sie werden dadurch wieder schön glatt. Nachdem sie eine Nacht im Wasser lagen, werden sie herausgenommen, in ein sauberes Läppchen gewickelt und so getrocknet.
Nachdem die Fischbeinstäbe ins Korsett eingestoßen sind und der vordere Korsettschluss vorn eingenäht ist, werden jene am obern und untern Rande durch Quersteppstiche festgehalten, wie es übrigens bei neuen Korsetts geschieht. Dann wird der obere Rand des Koresetts durch ein Bändchen eingefasst und durch eine Spitze verziert. Die Strumpfänder, die der Gummibänder halber nicht gewaschen werden, werden wieder angenäht und die Korsettschnur nachgesehen und im Notfall geflickt oder erneuert.

Die geflickte Korsettschnur (nach der hier veranschaulichten Art werden auch Schuhsenkel zusammengenäht)
Die Abbildung zeigt, wie Korsettschnüre wieder zusammengenäht werden.
Nach dieser Beschreibung ist es leicht zu ersehen, dass man das Waschen und Flicken eines Korsetts sehr wohl selbst ausführen kann.

Das wieder instand gesetzte Korsett
Zunächst werden der vordere aus Metall bestehende Korsettschluss und die Fischbeineinlagen, seien es nun echte Fischbein- oder Stahlstangen, herausgetrennt.
Das schadhafte, zum Flicken vorbereitete Korsett
Die Abbildung zeigt, wie am oberen Rande die Spitze und das Einfassbändchen abgetrennt wurden und die Fischbeineinlagen schon ein Stück herausgezogen sind. Ist alles, was beim Waschen rosten könnte herausgenommen, so wird das Korsett gründlich eingeseift, gewaschen, wenn möglich gekocht oder gebleicht. Dann kann das Flicken beginnen.
Überall wo der Stoff schadhaft ist, werden Flicken aufgeheftet und dann so gesteppt, dass später die Fischbeineinlagen wieder hineingestoßen werden können, ohne auf Querstiche zu stoßen. Wenn Querstiche sein müssen, wie z.B. bei dem größeren rechtwinkligen fleck in Taillenhöhe, so müssen die Steppstiche mit der Hand ausgeführt werden, und zwar so, dass sie nur die obere Stofflage fassen. In der Brustgegen war eine sehr fadenscheinige Sktelle. Da legen wir ein Stoffläppchen unter und steppen es mit der Maschine in Hin- und Herreihen an, in der Art, wie man mit der Maschine stopft. Der Rand der vorderen Mitte wird, wie wir sehen, ganz neu angesetzt, weil dieser am schnellsten durch die Schließen beschüädigt wird. Ist alles sauber ghestopft und geflickt, so werden die Fischbeineinlagen wieder hineingestoßen oder, sofern sie verbogen oder verrostet waren, durch neue ersetzt.
Echte Fischbeinstäbe werden in laues Wasser gelegt. Sie werden dadurch wieder schön glatt. Nachdem sie eine Nacht im Wasser lagen, werden sie herausgenommen, in ein sauberes Läppchen gewickelt und so getrocknet.
Nachdem die Fischbeinstäbe ins Korsett eingestoßen sind und der vordere Korsettschluss vorn eingenäht ist, werden jene am obern und untern Rande durch Quersteppstiche festgehalten, wie es übrigens bei neuen Korsetts geschieht. Dann wird der obere Rand des Koresetts durch ein Bändchen eingefasst und durch eine Spitze verziert. Die Strumpfänder, die der Gummibänder halber nicht gewaschen werden, werden wieder angenäht und die Korsettschnur nachgesehen und im Notfall geflickt oder erneuert.
Die geflickte Korsettschnur (nach der hier veranschaulichten Art werden auch Schuhsenkel zusammengenäht)
Die Abbildung zeigt, wie Korsettschnüre wieder zusammengenäht werden.
Nach dieser Beschreibung ist es leicht zu ersehen, dass man das Waschen und Flicken eines Korsetts sehr wohl selbst ausführen kann.
Das wieder instand gesetzte Korsett
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